| Wer jetzt denkt, daß es sich bei den Gemeinsamkeiten um das Alter handeln könnte, liegt schon einmal nicht ganz falsch, denn die Lösung hat tatsächlich etwas mit dem Alter zu tun.
Allerdings nicht mit den Alter des CAVE, das diesen Februar seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, oder der Stones, sondern vielmehr mit dem des Publikums.
Wenn man auf ein Stones - Konzert geht, kann man dort nämlich Leute von jung bis alt antreffen, ganz nach dem Motto: Wenn der Vater mit dem Sohne...
Dieses Phänomen ist auch im CAVE wiederzufinden. Hier trifft man Leute jeden Alters und dies nicht nur einmal in der Woche, sondern jeden Abend der Woche.
Allerdings wurde das CAVE schon vor den "Stones" gegründet, nämlich im Februar 1954 von Heidelberger Studenten als ein "Verein zur Förderung und Pflege studentischer
Geselligkeit". Es stellte somit eine Alternative zu den bestehenden studentischen Veranstaltungen und Vereinigungen dar. Fortan trafen sich im CAVE Leute, die gern mit
Freunden diskutierten, den Wein und intellektuelle Unterhaltungsmusik wie den Jazz schätzten. Apropos Jazz: Da sind in einem Atemzug mit dem CAVE Jazzgrößen wie Louis
Armstrong, Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie, Oscar Peterson und Lionel Hampton, die alle im Rahmen der Truppenbetreuung in Heidelberger Kasernen zu Gast waren und nach
ihren dortigen Gigs die "Jam-Session" in den Kellergewölben des Clubs schätzten. Geschätzt wurde nicht minder die lockere Atmosphäre, die dort herrschte und sogar bis
in die heutigen Tage nicht gelitten hat. Man kommt in das CAVE hinein, steigt die enge Wendeltreppe hinab in das legendäre Kellergewölbe und kann sich einfach wohl
fühlen. Egal ob beim Austoben auf der kleinen Tanzfläche, bei einem netten Plausch an der Bar und einigen Drinks, bei Jazz, Blues oder Rock - Konzerten.
Wobei es aber keine dogmatische Festlegung auf bestimmte Musikrichtungen gibt, sondern vielmehr jede Musikrichtung, die ins CAVE paßt, auch aufgeführt werden kann.
Für die Blues Fans hat das CAVE seit einiger Zeit ein ganz besonderes Angebot: Je nach Möglichkeit spielen in unregelmäßigen Abständen nationale und internationale
Blues-Bands der Sonderklasse. So sind zum Beispiel die "Ford Blues Band" oder Paul Lamb bereits im CAVE aufgetreten und haben das Publikum begeistert. Einen gesteigerten
Reiz erhalten alle Konzerte im CAVE durch den hautnahen Kontakt zwischen Musikern und Zuhörern.
Was den Jazz angeht, ist zu bemerken, daß die Tradition der "Jam-Session" nach einer jahrelangen Unterbrechung vor 13 Jahren wieder aufgenommen wurde und seit dem regelmäßig
jeden Sonntag stattfindet. Sowohl seitens der Musiker als auch des Publikums wurde die Session für ihr erstaunlich hohes Niveau gelobt. Dies hat zur Folge, daß inzwischen
wieder Jazzmusiker, die von überall her nach Heidelberg kommen auch bei der Session im CAVE erscheinen.
Die Session steht außerdem für so etwas wie ein Sprungbrett für einige Musiker, die durch ihre Auftritte im CAVE zu nationalem und internationalem Ruhm gelangten. Unter
ihnen sind zu nennen: Hans Karl Berger (Vibraphonist), Fritz Hartschuh (Vibraphonist), Rainer Pusch (Saxophonist), Fritz Münzer (Saxophonist) und in jüngster Zeit die
Pianistin Anke Helfrich, die den europäischen Jazz-Contest gewonnen hat.
Wer dann nach einem Konzert Lust hat, das Tanzbein zu schwingen, hat hierzu auch nach dem Zuhören, genau wie an allen anderen Abenden der Woche, noch Gelegenheit. Getanzt werden kann auf der
kleinen Tanzfläche nach Musik verschiedenster Stilrichtungen der sechziger, siebziger, achtziger und neunziger - Jahre, wobei Techno und deutsche Schlager im CAVE als verpönt gelten.
Genau damit und mit seiner "Größe", bzw. seinem überschaubar gemütlichen Kellergewölbe mit Bar und Tanzfläche sowie seiner kleinen Bar mit Kneipenatmosphäre im
oberen Bereich, wo die Tanzmusik von unten als Hintergrundmusik zu hören ist, hebt sich das CAVE deutlich von den grellen Großdiscos ab und hat somit seinen einzigartigen Charakter bewahrt.
Auf die nächsten 50 Jahre CAVE 54!
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